Funktionieren, DVD

Hersteller: Verlage diverse

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Produktbeschreibung

Wir leben in einer Gesellschaft die sich mehrheitlich nach Aussen orientiert, das Innere ist nicht mehr so wichtig, es ist eher störend. Wer innerlich nicht mehr ordnungsgemäss funktioniert, soll so schnell wie möglich wieder funktionsfähig werden. Mit allen Mitteln. Doch geht das? Und falls ja, welchen Preis zahlen wir dafür? Betroffene erzählen von ihren persönlichen Erlebnissen und Fachleute berichten von ihren Erfahrungen und Kenntnissen. Kenntnissen, welchen in der Psychiatrie und in der Öffentlichkeit kaum Raum gegeben wird.
Jeder Mensch hat eine „Psyche“. Jeder Mensch kann demnach auch eine Krise oder Erkrankung der Psyche erleben. Trotzdem sind psychische Erkrankungen und Krisen immer noch ein grosses Tabuthema. Wie ist es möglich, dass etwas letztlich zutiefst Menschliches so tabuisiert wird? Dieser Film soll ein Beitrag zur Enttabuisierung sein. Er lässt andere, ergänzende oder auch neue Sichtweisen zu. Sichtweisen, welche in der Schulpsychiatrie mehrheitlich ausgeschlossen werden. Insgesamt vermittelt der Film eine ganzheitlichere Sicht auf psychiatrische Krankheiten und auf die menschliche Psyche ganz allgemein. Zudem stellt der Film Fragen bezüglich des Settings in der Psychiatrie und zeigt Konsequenzen des Spardrucks auf. Hinsichtlich der Ursachen von psychischen Erkrankungen, sowie der detaillierten Beschreibung der Medikamentenwirkung, hat der Film Aufklärungscharakter. Er kommt aber trotzdem nicht trocken daher, weil ästhetisch ansprechende Bilder das Gesagte untermalen und alle Protagonisten eine lebendige und authentische Art des Erzählens haben. Er spannt auch immer wieder den Bogen von der Psychiatrie zur Gesellschaft, vermeidet es aber in Täter- und Opferrollen aufzuteilen. In letzter Konsequenz spricht er die Eigenverantwortung und das eigenständige Denken eines jeden einzelnen Menschen an.

Da die Filmemacherin selber im psychiatrischen Bereich tätig ist, ist es ihr ein persönliches Anliegen, seriöse und wissenschaftlich fundierte Informationen im Film darzulegen.

Protagonisten:
Erika Bodenwinkler Giacometti
kann ihre psychischen Krisen auf eine Art und Weise beschreiben, dass sich vermutlich jeder Mensch ein Stück weit darin erkennen kann. Das ist bereichernd und wichtig, da es dazu beiträgt, dass  psychische Krankheiten weniger tabuisiert werden. Je mehr Menschen darüber sprechen, desto selbstverständlicher wird das Thema.

Dr. med. Ruediger Dahlke
arbeitet seit 38 Jahren als Arzt und Seminarleiter, Autor und Trainer. Er hat mit Büchern zur Krankheitsbilder-Deutung von „Krankheit als Weg“ über „Krankheit als Sprache der Seele“ bis zu „Krankheit als Symbol“ u.a. eine ganzheitliche Psychosomatik begründet, die bis in mythische und spirituelle Dimensionen reicht. In Seminaren und auf Reisen führt er in die Welt der Seelenbilder und regt zu eigenverantwortlichen auf Entwicklung zielenden Lebensstrategien an.

Anna Giacometti
beschreibt sehr klar und nachvollziehbar, wie sie mit den psychischen Krisen ihrer Mutter umgeht. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass psychische Krisen etwas sind, was jeden Menschen betrifft.

Peter Lehmann
hat in jungen Jahren am eigenen Leib erfahren, wie es ist, die verschiedensten psychiatrischen Diagnosen inkl. hochdosierte Neuroleptika zu bekommen. Das Absetzen der Neuroleptika ermöglichte ihm den Weg zurück ins Leben und den Abschluss seines Studiums. Er widmete sich intensiv dem System Psychiatrie, risikoarmen Wegen zum Absetzen von Psychopharmaka und möglichen Alternativen zur Psychiatrie. Er erforschte zielstrebig und mit viel Durchhaltevermögen Fachliteratur zu Psychopharmaka und hat sich so ein Wissen in dem Bereich erarbeitet, welches im deutschsprachigen sowie internationalen Raum einzigartig ist. Sein Blick auf die Psychiatrie ist klar und illusionslos.

Reto Stör
arbeitet im psychiatrischen Bereich und erlebt aufgrund einer persönlichen Krise, wie es ist, auf der „anderen Seite“ zu stehen, wie es ist, Patient zu sein. Er schildert präzise, was die Medikamente in ihm ausgelöst haben und wie es sich für ihn anfühlt, auf einer geschlossenen psychiatrischen Station zu sein. Anhand seiner konkreten Erfahrungen, stellt er kritische Fragen hinsichtlich des Spardrucks und des Settings in einer psychiatrischen Klinik. Seine ausgereiften/differenzierten Überlegungen regen zum Nachdenken an.

Piet Westdijk
ist einer der wenigen Psychiater in der Schweiz, welcher sich öffentlich kritisch gegenüber den Psychopharmaka äussert. Es ist ihm wichtig, die Menschen auch ohne Neuroleptika therapeutisch zu begleiten. Die Nachfrage von Seiten der Klienten nach einer Therapie ohne Neuroleptika ist riesig, so riesig, dass er ihr nicht nachkommen kann. Von Kollegen/Kolleginnen wird Piet Westdijk so gut wie nie auf seine Haltung gegenüber Psychiatrie und Psychopharmaka angesprochen- als ob man sich in Fachkreisen und Verbänden dazu entschieden hätte, dass es am einfachsten ist, jemanden wie ihn einfach zu ignorieren, damit ja kein Staub aufgewirbelt wird.

Nisha Andres, Daniel Eichenberger, Isabelle Schenk, Nora von Allmen und Miriam Wyss
arbeiten alle seit Jahren im psychiatrischen Bereich. Sie haben aufgrund ihrer Erfahrungen einen tiefen Bezug zu Menschen mit einer psychischen Erkrankung.

Credits
Akkordeon: Otto Spirig
Didgeridoo: Werner Joder
Hundetrainerin: Karin Bieri
Kamera, Beleuchtung, Ton: Brigitte Zürcher, Michael Hauser
Drehorte: Emmental, Bern und Umgebung, Basel, Österreich, Frankreich
Idee, Schnitt, Produktion: Brigitte Zürcher
Genre: Dokumentarfilm:
Produktionsjahr 2017

Spieldauer: 96 Minuten